Schlaucharten
Feuerwehr- und THW-Schläuche lassen sich in zwei Grundtypen unterteilen: Druckschläuche, durch die Wasser unter Druck gefördert wird, und Saugschläuche, durch die Wasser angesaugt wird.
Druckschlauch
Druckschläuche sind flexibel und lassen sich im drucklosen Zustand flach zusammenfalten, was sie platzsparend lager- und transportierbar macht. Da sie keine Versteifung besitzen, kollabieren sie bei Unterdruck und sind daher nicht für die Wasserentnahme aus offenen Gewässern geeignet.

Klassische Feuerwehr-Druckschläuche (Gewebeschläuche) bestehen aus zwei Schichten:
- Außen: Nahtlos rundgewebtes Kunststofffasergewebe (Polyester)
- Innen: Gummierung auf EPDM-Basis (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) oder NBR (Nitrilkautschuk) als Abdichtungsschicht
Industrie-Druckschläuche (Vollgummiert), sind dagegen innen und außen mit NBR/PVC-Gummierung (Nitril/PVC) versehen. Das Polyestergewebe ist dabei in die Gummierung eingebettet. Die Außengummierung ist meist mit Längsrippen für zusätzlichen Abriebschutz gefertigt.
Früher wurden Druckschläuche aus Naturfasern (Hanf, Flachs) gewebt und mussten nach Gebrauch im Schlauchturm getrocknet werden.
Saugschlauch
Saugschläuche haben eine verstärkte Konstruktion, um dem Unterdruck standzuhalten. Ein Federstahlwendel sorgt dafür, dass der Schlauch formstabil bleibt. Das sorgt auch dafür, dass der SChlauch nur eingeschränkt biegsam ist.

Ein moderner Saugschlauch besteht (von innen nach außen) aus:
- Glatte Innenwand für geringen Strömungswiderstand aus NBR, SBR oder PVC
- Federstahlwendel (Spirale), verhindert das Zusammendrücken bei Unterdruck
- Rayongewebe (Viskosefaser) als Verstärkung in den Gummimantel eingebettet
- SBR-Gummimantel (Styrol-Butadien-Kautschuk) als äußere Schutzschicht
Neben dem klassischen schwarzen Gummi-Saugschlauch gibt es auch flexible Saugschläuche aus PVC. Diese existieren in zwei Varianten:
- Mit Hart-PVC-Wendel: oft durchsichtig oder farbig (z. B. grün mit weißer Wendel), sehr leicht und flexibel, aber weniger druckstabil
- Mit verzinkter Stahlspirale: doppelschichtiges PVC mit Polyesterfadenverstärkung zwischen den Schichten, innen und außen glatt, flexibel auch bei niedrigen Temperaturen und deutlich druckstabiler
Saug-Druckschlauch
Saugschläuche können generell auch Druck aufnehmen, wieviel ist abhängig von der Bauart. Klassische Feuerwehr-Saugschläuche werden nach DIN bis 3 Bar getestet.
Es gibt aber auch Saugschläuche die mehr Druck aufnehmen können. Dann sprechen wir von Saug-Druck-Schläuchen. Der maximale Betriebsdruck ist meistens in der Beschriftung des Schlauchs vermerkt.
Die maximale Druckbelastbarkeit eines Schlauchs lässt sich an der Kennzeichnung PN (Pressure Nominale = Nenndruck) ablesen. Die Zahl gibt den zulässigen Betriebsdruck in bar bei Raumtemperatur an, z. B. PN 10, bedeuten maximal 10 Bar.